Faschingspredigt zum Sonntag vor der Passionszeit am 15.02.2026
gehalten von Markus Lintner
Predigttext: Lk.18,35-43
Ein blinder Mann saß am Straßenrand,
seinen Namen, den hat Lukas gar nicht genannt,
aber Markus verrät: er wird Bartimäus genannt,
als Sohn des Timäus ist er den Leuten bekannt.
Seine Lage war traurig, trostlos, brutal,
als Blinder zu leben: einfach fatal.
Er musste betteln, um überleben zu können,
bat um Almosen, nicht um sich was zu gönnen
sondern einfach um nicht an der Ecke zu verrecken.
Die Vorstellung daran, versetzt ihn stets in Schrecken.
Und so saß Bartimäus eines Tages wieder am Eck,
die Menschen um ihn gingen vorbei, schauten weg,
wollten nichts wissen von der Not dieses Blinden,
nur manchen von ihnen konnten sich überwinden,
ihm ein paar Münzen in die Schale zu geben.
Dank diesen Spendern konnt er überhaupt überleben.
Da spürte er plötzlich ein Raunen und Tuscheln
Und folgende Botschaft empfing er mit seinen Ohrmuscheln:
„Er kommt, zu uns, in unserem Dorf kehrt er ein!“
Und Bartimäus fragt sich: „Wer soll das bitte sein,
der Menschen um ihn so in Aufruhr versetzt,
dass jeder sich an der Idee schon ergötzt,
dass die Ankunft dieses Menschen etwas besonderes ist?“
Und die Menge erklärt ihm: „Es ist Jesus Christ!“
Von diesem Mann hatte er schon gehört
Und was ihm zu Ohren kam, hat ihn nicht verstört,
sondern hat Neugier und Hoffnung entfacht.
„Wenn er doch zu mir käm!“, hat er dann gedacht.
„Ich bin mir sicher, er könnte mich heilen,
ich könnte dem Blindsein endlich enteilen,
müsste nicht mehr dasitzen und auf Almosen warten.
Ich könnte wirklich ein eigenständiges Leben dann starten.“
Bartimäus spürt: „Das heut meine Chance!“
Und als er dann Jesus hört, pfeift er auf Contenance!
Er schreit laut: „Jesus, hilf mir! Ich brauch dich sehr!“
Aber die Menschen um ihn, die legen sich quer.
Wollen, dass er ruhig ist, den Gast ja nicht stört,
und sie hoffen wohl sehr, er hat ihn nicht gehört.
Doch Bartimäus, kaum sind ihre Stimmen verklungen,
da füllt er erneut bis zum Bersten die Lungen,
und schreit, so laut, wie er nur kann,
„Jesus, bitte hilf mir!“, entfährt es dem Mann.
Ein Schrei, so laut, so voll Hoffnung, voll Bitten und Beten,
die Menschen um ihn, die schweigen betreten.
Und Jesus? Der unterbricht seine Reise,
holt sich den Blinden und fragt ihn, ganz leise:
„Was kann ich für dich tun, was willst du von mir?“
„Das ich sehen kann, ach Herr, bitte gewähre es mir.“
Drauf Jesus zu ihm: „Dein Glaube ist groß.
Das hat mich beeindruckt, ich find das famos.“
Und ich diesem Moment, Bartimäus kann es kaum glauben,
öffnen sich für ihm das erste Mal seine Augen.
Und er kann sehen, die Gräser, die Häuser, die Farben,
die Menschen um ihn, manche schön, andre mit Narben,
und ihm gegenüber: Jesus, sein Retter,
und er weiß genau, das ist ein Lieber, ein Netter.
Bartimäus hält nichts mehr am Boden im Eck,
er springt umher, muss nicht mehr bleiben am Fleck,
um ja die Orientierung nicht zu verlieren,
jetzt ist er frei um zu geh´n, zu spazieren
wohin immer er will, weil Jesus ihn hörte
und sich nicht an den Schreien des blinden Manns störte.
Bartimäus ist klar, in diesem Moment:
„Mein altes Leben ist heute zu End.
Ich will ab jetzt mit Jesus meine Tage verbringen,
mit ihm und über ihn Loblieder anstimmen.
Ich will Gott danken jeden Tag für die Tat
um die ich Jesus, seinen Sohn, heute bat.
Meine Augen sind gut und ich kann sehen, was Gott hat erschafft.
Ok, im Laufe der Jahre verloren sie etwas an Kraft,
aber trotz allem ist die Welt um mich herum bunt,
und ich kann es sehen, jeden Tag, jede Stund.
Und dennoch sieht Bartimäus an diesem Tag mehr
Und dafür – ich geb´s zu – bewundere ich ihn sehr.
Noch bevor seine Augen zu sehen beginnen
Sieht er, wer da kommt und schreit wie von Sinnen.
Sein Vertrauen in Jesus ist riesig und phänomenal.
Mein Glaube dagegen oft klein und auch schal.
Ich trau Jesus so wenig zu in mei´m Leben,
denk: es hängt nur an mir, meinem Tun und Streben.
Ich bin doch verantwortlich, dass mein Leben gelingt,
dass die Freude stets steigt und der Stresspegel sinkt.
Und dort, wo´s riskant ist, da schließe ich flugs
eine Versicherung ab, was für ein Schutz!
Es kann mir also doch gar nichts passieren,
es geht mir doch gut, muss nicht hungern, nicht frieren.
Und weil das Leben so gut zu mir ist,
vergess ich zu beten, weil das Tagewerk mich frisst.
Jesus – der ist bestenfalls eine Notiz ganz am Rande,
Ich trau ihm nichts zu – es ist echt eine Schande.
Drum wünsch ich mir heute, dass ich lerne, mit Bartimäus Augen zu sehen,
und wenn Jesus vorbeikommt, laut zu schrei´n und zu flehen
und zu glauben, dass er mein Leben wirklich verändern kann,
dass er meine Chance ist, genau heute, nicht erst irgendwann.
Heut ist der Tag, an dem er mir begegnet,
wo seine Liebe und sein Segen reich über mich regnet.
Wo, wenn ich will, nichts bleibt, wie es war,
wo das Herz sich weitet und der Blick, der wird klar.
Werd ich es schaffen? Wird es mir jemals gelingen?
Werde ich auf den Jesuszug ganz mit aufspringen?
Und ihm wirklich, so mit Haut und mit Haar,
mein Leben anvertrauen, also nicht nur Bla-Bla.
Sondern glauben, vertrauen, dass er mich echt liebt,
und dass mit ihm an der Seite das Leben stets siegt?
Ich weiß nicht! Aber ich wünsch´s mir am heutigen Tage,
grad wenn wir närrisch sind. Und feiern, so ganz ohne Klage.
Wenn der Fasching uns fest in den Händen hält
wenn so manches Gesicht eine Maske entstellt,
wenn wir schlüpfen in Kostüme, in andere Rollen,
die lustigen, doofen oder auch in die tollen,
wenn wir lachen und trinken und tanzen und singen,
vor lauter Narretei kreischen, hüpfen und springen,
dass wir – genau dann – auch nicht auf Jesus vergessen,
sondern auch in diesen Momenten ein „Danke Jesus“ rauspressen.
Und uns freuen, dass er bei uns ist, jede Nacht jeden Tag,
und uns begleitet, auch am Faschingssonntag.
Ich bin nun am Ende, es bleibt noch zum Schluss,
euch zu entlassen mit dem Mödlinger Gruß:
MöMö, liebe Leute, liebe Geschwister im Saale!
MöMö, und genießt den Fasching: zu Haus, im Lokale.
Trotz Narrenzeit: Lebt aus Gottes Liebe und ruft laut seinen Namen!
Kommt, stimmt einfach mit ein und ruft laut euer Amen!